Heute habe ich eine sehr lange uns ausführliche Bewertungs-Mail eines Verlags, kein typischer Kostenzuschussverlag, erhalten, mit einer sehr positiven Bewertung meines Romans "JA, ich werde ihn verlassen" .
Zitat:
Die Freundschaft zwischen Gill und Esther ist nach meiner Ansicht eine der großen Stärken des Romans. Sie wird als ein Raum, in dem Zweifel ausgesprochen, Schwächen gezeigt und radikale Entscheidungen vorbereitet werden dürfen, dargestellt. Gerade in einer Lebensphase, in der langjährige Beziehungen brüchig werden und vertraute Sicherheiten wegbrechen, erscheint diese weibliche Solidarität als essenzieller Halt. Ihre Verbindung ist dabei keineswegs idealisiert: Sie ist geprägt von Reibung, Ehrlichkeit, gelegentlichen Geheimnissen und unterschiedlichen Temperamenten – und genau darin liegt ihre Glaubwürdigkeit. Die Freundschaft fungiert als Gegenmodell zur erschöpften Paarbeziehung und zeigt eindrucksvoll, wie bedeutsam gewachsene weibliche Netzwerke für Selbstermächtigung, Neubeginn und emotionale Resilienz sein können.
Aus verlegerischer Sicht überzeugt der Text vor allem durch seine emotionale Direktheit und seine dialogstarke Dramaturgie. Die Figuren sind klar konturiert, ihre Konflikte nachvollziehbar, und die Handlung entwickelt eine gute Lesedynamik. Stilistisch arbeitet der Roman jedoch häufig mit expliziter Gefühlsbenennung, wo eine stärkere szenische Verdichtung noch wirkungsvoller wäre. Im Sinne des erzählerischen Prinzips show, don’t tell könnten emotionale Zustände und Beziehungsverschiebungen öfter über Handlung, Gestik, Blickführung oder unausgesprochene Spannungen vermittelt werden, statt sie unmittelbar auszusprechen.
Der Roman ist klar im Bereich des zeitgenössischen Frauen- und Beziehungsromans (Gegenwartsliteratur mit psychologischem Schwerpunkt) zu verorten. Im Zentrum steht die emotionale Entwicklung der Protagonistinnen und die Neuverhandlung von Liebe, Selbstbestimmung und Lebensentwürfen in der Lebensmitte. In seiner Thematik und Tonalität weist das Werk Parallelen zu Autorinnen wie Jojo Moyes, Elizabeth Buchan oder auch Doris Knecht auf, insbesondere dort, wo weibliche Perspektiven, zweite Chancen und komplexe Beziehungskonstellationen im Vordergrund stehen.
Die primäre Zielgruppe sind Menschen – meist Frauen – zwischen 40 und 65 Jahren, die sich in Fragen von Partnerschaft, Trennung, Neubeginn und weiblicher Selbstermächtigung wiederfinden. Darüber hinaus besitzt der Stoff jedoch das Potenzial, auch jüngere Leserinnen anzusprechen, die sich für psychologisch gezeichnete Beziehungsdynamiken interessieren.
Insgesamt sehen wir in Ihrem Roman Ja, ich werde ihn verlassen ein emotional vielschichtig komponiertes Werk im Spannungsfeld von zeitgenössischem Frauen- und Beziehungsroman mit psychologischer Tiefe, das sich klar in einem stabil nachgefragten Marktsegment positioniert. Die Verbindung aus persönlichem Neuanfang, weiblicher Selbstermächtigung, komplexen Beziehungskonstellationen und einer leisen Suspense-Ebene verleiht dem Stoff sowohl Identifikationspotenzial als auch narrative Spannung.
Das hat mich gefreut
